Rechtliche Rahmenbedingungen

Die meisten der Produkte mit der Herkunftsbezeichnung g.U. oder Produkte aus einem bestimmten Gebiet g.g.A. Griechenlands kommen gewöhnlich aus Berggebieten. Griechenland hat mehr als 100 Namen als g.U. und g.g.A. (Januar 2014) registriert, darunter folgende Produkte: Käse, Weine, Olivenöl, Oliven, Obst, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte, Backwaren – Süßwaren, Fisch, Harze, ätherische Öle und Produkte tierischer Herkunft. 

Mit der Registrierung dieser Gütezeichen liegt Griechenland nun auf dem 5. Platz in der EU von vormals dem 7. Platz im letzten Jahr (2013) nur hinter Italien (261), Frankreich (208), Spanien (173) und Portugal (123). 

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die g.U. / g.g.A. haben zwei Komponenten, nämlich die g eme i n s c h a f t l i c h e n u n d d i e n a t i o n a l e n Rechtsvorschriften. 

Auf der Ebene des Gemeinschaftsrechts gilt die Verordnung (EU) 1151/2012 ( ersetzte die VO (EG) 510/2006), dessen Anwendungsmodalitäten in der Verordnung 1898/2006 beschrieben werden, während die Verwendung des Gemeinschaftszeichens zusätzlich durch die Verordnung 628/2008 diktiert wird.

Auf nationaler Ebene wird die Einhaltung der Anforderungen für die Registrierung der g.U./g.g.A.

Produkte von der gemeinschaftlichen Ministerentscheidung 261611/22.03.2007 und deren Abänd e r u n g e n 2 9 0 3 9 8 / 2 1 . 0 4 . 2 0 0 8 u n d 318764/21.08.2008, von der Ministerentscheidung oder der Durchführungsverordnung für die Registrierung des jeweiligen Produktes g.U./g.g.A. sowie auch von der Verordnung über die Kontrolle und Zertifizierung g.U./g.g.A. des ehemaligen AGROCERT.

Die Anerkennung g.U./g.g.A. für die Agrarerzeugnisse und Lebensmittel hat mehrere Vorteile. Sie ermöglicht einerseits den Erzeugern ( vor allem aus den benachteiligten und entferntliegenden Regionen ) die Produkte, die über Spezialeigenschaften verfügen, leichter zu fördern und so ihr Einkommen mit den besten Preisen , die sie auf dem Markt erzielen können, zu verbessern und andererseits den Verbrauchern Qualitätsprodukte mit Garantien für die Produktion, Verarbeitung und ihre geografische Herkunft zu kaufen. 

Zusätzlich trägt die Besonderheit der g.U./g.g.A. Produkte zur Erhaltung von lokalen Pflanzensorten und Tierrassen jeder geografischen Region bei. In den meisten Fällen hat die Anerkennung eines traditionellen landwirtschaftlichen Erzeugnisses als g.U. oder g.g.A. außer der Erhöhung des Preises und der Produktion auch die Anziehung von Besuchern dieser Region, die Schaffung neuer Arbeitsplätze, den Erhalt der lokalen Bevölkerungszahl und Einkommenssteigerungen zur Folge. Produkte g.U. gewähren zusätzliches Einkommen und tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung bei.



Rechtsvorschrift

Abweichungen
In den Rechtsvorschriften der EU bezüglich der Produktion in abgegrenzten geografischen Regionen wird der Artikel 6 Absatz 4 der Verordnung (EG) 607/2009 der Kommission „zur Festlegung bestimmter detaillierter Vorschriften zur Anwendung der Verordnung (EG) Nr. 479/2008 des Rates, was di e geschützt e Ur sprungsbezeichnung,di e geschützte geografische Angabe, traditionelle Begriffe , die Kennzeichnung und Darstellung bestimmter Produkte der Weinbranche angeht“erwähnt. 

In den nationalen Rechtsvorschriften bezüglich der Produktion in einer begrenzten geografischen Region wird auf Nr. 392169/20-10-1999 der Ministerentscheidung „ Allgemeine Anwendungsregeln des Begriffs „ Lokaler Wein“ als Beschreibungselement von Tafelwein“ (Amtsblatt 1985/B/8-11-99) hingewiesen , wie mit Nr. 321813/29-8-2007 im Art i k e l 4 B u c h s t a b e c ) wo e s h e i ß t : 

„Die Tafelweine, die den Begriff „Lokaler Wein“ mit der geografischen Kennzeichnung Provinz, Präfektur oder Weinanbaugebiet kleiner als die Provinz beanspruchen, produzieren in Weingütern innerhalb dieses Gebiets.“


Ergänzende Bestimmungen bezüglich der
Verpackung

In Nr.280557/9-6-2005 des Ministerbeschlusses „ Bestimmung der Reifezeit und Hinweise zum Verbrauch der Weine geschützter Ursprungsbezeichnung höherer Qualität, der Lokalen Weine und den Angaben auf der Etikettierung, die die Herstellungsart und – technik betreffen, (G.G 818B/ 15-6-20058) in Artikel 3 und 4 werden die Bedingungen für die Benutzung folgender Angaben genannt:

  • „Jungwein“ oder „Junger Wein“
  • „Reifung im Fass“ oder „ Im Fass gereift“
  • „Gealtert im Fass“ oder „ Alterung im Fass“
  • „Hergestellt und gereift im Fass“ oder
  • „ Herstellung und Reifung im Fass“
  • „Weinherstellung im Fass“ oder „ Im Fass hergestellt“

Kennzeichnung des Erntejahres

Im Falle der Benutzung des Begriffes „ Jungwein“ oder „ junger Wein“ bei der Kennzeichnung der Weine ist die Angabe des Erntejahres der Weintrauben obligatorisch , wie es im Artikel 1 Absatz 2 des Ministerbeschlusses Nr. 280557/9-6-2005 „ Bestimmung der Zeit der Reifung, der Alterung und der Markteinführung der Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung höherer Qualität, der Lokalen Weine sowie den Angaben auf der Etikkettierung bezüglich ihrer Herstellungsart und -technik „ (Amtsblatt 818/B/15-6-2005) festgelegt ist.

Traditionsbezeichnung
Traditionsbezeichnung laut Ministerbeschluss Nr. 235309/7-2-2002 „Genehmigung zur Traditionsbezeichnung der Weine“ , die mit der geschützten Ursprungsbezeichnung oder geografischen Angaben verknüpft sind. Laut dem o.g. Ministerbeschluss ist die Benutzung folgender Traditionsbezeichnung bei den Angaben der Weine mit geschützter geografischer Angabe (g.g.A.) Rethymnon erlaubt:

  1. Weißer von weißen Trauben/ Blanc de blancs
  2. Weißer von roten Trauben/ Blanc de noir
  3. Weißer von rötlichen Trauben oder Weißerv o n g r a u e n Tr a u b e n / B l a n c d e gris,Kokkineli/kokineli
  4. Bergwein/ Vin de collines
  5. Berghangwein/ Vin de coteaux
  6. Von einem Inselweinberg / Vin de vignoble(s) insulaire(s)
  7. Von einem terassenförmigen Weinberg/ Vin de vignobles en terrasses
  8. Von Inselweinbergen / Vin de vignoble(s) insulaire(s)
  9. Von in Terassen angelegtem Weinberg(en)/ Vin de vignoble(s) en terrasses


Einige zusätzliche Bestimmungen über die Kennzeichnung der Weine gibt es im Artikel 66 Absätze 1,2 und 6 der VO (EG)607/2009 der Kommission „ Zur Festlegung bestimmter detaillierter Anwendungsregeln der Verordnung (EG) Nr. 479/2008 des Rates in Bezug auf die geschützte Ursprungsbezeichnung und die geschützten geografischen Angaben, die Traditionsbezeichnung und die Kennzeichnung und Darstellung bestimmter Produkte in der Weinbranche“.