Bronzezeit

(2900 v. Chr. – 1100 v. Chr.)

Das bergige und felsige Gelände von Kreta, das milde Klima, die starke Sonneneinstrahlung und die zahlreichen Niederschläge in Verbindung mit dem Wachstum der Seeschifffahrt, brachte die Minoer zum Anbau von Wein und zum Export zu den benachbarten Völkern.

Die Pressen, die Behälter, die Tongefäße, die Texte der Tontafeln mit der Linearschrift A und B (Silbenschrift) sowie die Wandmalereien von Alltagsszenen sind unbestreitbare Beweise dafür, dass es zu dieser Zeit ein deutliches Wachstum in der Weinproduktion gab, hauptsächlich auf der Nordseite der Insel, wo sich auch der minoische Palast in Knossos befand.

Für die Minoer begann die Weinlese mit dem Abnehmen oder dem Zunehmen des Mondes in den Wochen um die Herbstnachtgleiche. Es war die festlichste ländliche Arbeit dieser Zeit und bot die Möglichkeit zum Zusammenkommen der Menschen aus allen Altersgruppen, die mühselig morgens arbeiteten und sich abends amüsierten, eine Tradition, die noch heute existiert.

Zunächst versammelten sich die Landwirte, meist aus den umliegenden Gebieten, und die Arbeitsteilung wurde je nach Geschlecht und Alter durchgeführt. Jeder hatte eine Rolle bei der Arbeit zu übernehmen, wie das Schneiden der Trauben, das Tragen, die Gewährleistung der Versorgung sowie die Aufsicht über die Ernte.

Das Zerkleinern der Trauben nach dem Schnitt fand entweder im Weinberg oder an einem gemeinschaftlichen Ort statt. Es gab zwei Methoden, das manuelle Auswringen (Drücken) und das am häufigsten verwendete Treten im Kelter (Weinpresse). Das Pressen war eine ausschließlich männliche Angelegenheit und erforderte Stärke und Technik, um die Trauben zu zerkleinern. Die Kelter waren vorwiegend Tonkrüge, die einen festen Untersatz aus Ton zum Sammeln des Mostes hatten.

Zum Aufbewahren des Mostes wurden Krüge verwendet, die sich neben der Weinpresse befanden und entweder mit Kalk oder Gips versiegelt wurden, damit keine Feuchtigkeit eindringt und der Wein kippt. Für den Transport und die Lagerung wurden Gefä

Die Minoer entwickelten erheblich den Weinanbau; der Wein wurde in den Alltag mit eingebracht und spielte eine große Rolle bei ihrer Ernährung. Der minoische Weindiente vor allem dem Handel, wurde aber auch bei Verhandlungen sowie bei verschiedenen religiösen Ritualen gereicht.




Altertum

(1100 v. Chr. – 30 v. Chr.)

Das starke Erdbeben auf Thira (Santorini) ca. im Jahre 1160 v. Chr. führte zur totalen Zerstörung der minoischen Kultur. Die Überlebenden verteilten sich über die ganze Insel und gründeten neue Ansiedlungen. Die Dorer im Anschluss, die ihre Flotte und ihre Armee ausgebaut hatten, besetzten die wichtigsten Städte und beherrschten die Insel. Diese Periode war nicht hilfreich für den Handel und folglich auch nicht für den Anbau, da sie durch ständige Bürgerkriege zwischen den wichtigsten Städten der Insel (

Obwohl sich die Einwohnerzahl aufgrund der ständigen Konflikte verringerte, behielten viele der verbleibenden Minoer, bekannt als Eteokreter, die Sitten und Gebräuche ihrer Kultur bei. Kreta war nicht länger der Mittelpunkt der damaligen Welt, konnte nicht konkurrieren mit dem aufblühenden Athen, Sparta und Makedonien, behielt aber seine Weintradition bei, in dem es den systematischen Anbau von Reben zum Decken des eigenen Bedarfes fortführte. Au

Der Kodex von Gortyn, eine Stadt, die während der hellenistischen Zeit blühte (Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. – 67 v. Chr.) und sich fast im Zentrum Kretas befindet, ist die älteste griechische Gesetzgebung, die es gibt und erwähnt neben anderen Rechtsvorschriften auch Regeln in Bezug auf den Weinanbau, ein Zeichen der Entwicklung in diesem spezifischen Sektor der Landwirtschaft.



Römisches Reich

(30 v. Chr. – 330 n. Chr.)

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Die Bedingungen waren sehr günstig aufgrund des Bodens, des Klimas und der Fachkenntnisse der Arbeitskräfte, eine Tatsache, welche eine lange Weintradition geschaffen hat. Seit der Zeit als Kreta dem Römischen Reich angeschlossen wurde, und obwohl es der erste ausländische Eroberer in der Geschichte war, nahm die Herstellung des Weines eine Wendung. Der damals bekannte Wein war der „Süße Kretische Wein“. Die Weinhersteller hatten ihre Methode zur Weinbereitung ausreichend verbessert und hervorragende Süßweine produziert.

Um in der Lage zu sein, die Weine einfach und ohne Verlust zu verschicken, mussten sie haltbar sein. Deshalb sorgten die Winzer dafür, dass die Trauben auf natürliche Weise reiften, indem sie die Lese nach der Ernte der Sonne aussetzten und produzierten somit

Ein Beispiel für das große Wachstum dieses Weinhandels sind zuerst einmal die 17 Werkstätten zur Herstellung der Amphoren, die notwendig waren zur Lagerung der Weine bevor ihrer Reise zu anderen Märkten sowie die Kontrollmechanismen, die von den Winzern entwickelt wurden, um die Quantität und Qualität der zu exportierenden Weine sicherzustellen.



Byzantinisches Reich

1. Periode (330 n. Chr. – 824 n. Chr.)

Das Christentum, für diese Zeit eine neue Religion, breitete sich schnell nach dem Fall des Römischen Reiches aus und aus Kreta, eine Provinz des Römischen Reiches, wurde eine der 64 Provinzen des Byzantinischen Reiches.

Arabische Herrschaft

(824 n. Chr. – 961 n. Chr.)

Eine weitere schlimme Periode in der Geschichte Kretas, die zum Rückgang der byzantinischen Bevölkerung, aber auch zum Niedergang der bis dahin bestehenden Kultur führte. Die Araber (Sarazenen) schwächten die Bevölkerung, führten harte sklavenähnlichen Verhältnissen während der Zeit ihrer Herrschaft ein und weiteten mit Erfolg das aus, was sie konnten, die Piraterie.

Byzantinisches Reich

2. Periode (961 n. Chr. – 1204 n. Chr.)

Die Genesung der Insel von der Herrschaft der Byzantiner und der Fall der Arabischen Herrschaft markiert einen Neubeginn für die Entwicklung und den Wohlstand Kretas. Die Bevölkerung wächst wieder an, das Christentum blüht, Klöster werden gebaut und Weinreben werden gezielt kultiviert, um den einheimischen Bedarf zu decken.

Die Tatsache, dass der Anbau von Reben und die Herstellung von Wein ein Teil des täglichen Lebens war und zu einer wichtigen Tätigkeit für die Inselbewohner wurde, zeigt sich durch den Tribut an den Heiligen Trifon, Schutzpatron der Weinreben in den Jahren des Christentums.



Venezianische Herrschaft

(1204 n. Chr. – 1669 n. Chr.)

Vielleicht die glorreichste Periode in der Geschichte des kretischen Weines. Der Wein wurde zur wichtigsten Handelsware und der Weinanbau breitete sich auf alle Bevölkerungsschichten aus. Die Weinrebe war als Kultur nicht nur begünstigt wegen des Bodens und des Klimas der Gegend, sondern hauptsächlich wegen der Tatsache, dass der Anbau rentabler war als der von Getreide. Kein besonderes Kapitel war erforderlich, noch waren bedeutsame Arbeitskräfte erforderlich und selbst eine Familie konnte die Anforderungen der Herstellung erfüllen. Abgesehen davon waren die damaligen Weinpressen, die sich in allen Dörfern der Weinregion Peza sowie auf der restlichen Insel befanden, ein Zeichen dafür, wie weit entwickelt der Weinanbau zu dieser Zeit war.

Die Pressen wurden in der Regel von den Feudalherren hergestellt, um die Dorfbewohner zu zwingen, den Most herzugeben und einen Teil zu ernten. Die Pressen wurden gemauert oder geschnitzt. Die bekannteste Art war die mit Deckel und bestand aus einem einzelnen gewölbten Kelter hergestellt aus Kalksteinblöcken, der mittels einer porösen Düse mit einem Untersatz verbunden war, wo der Most gesammelt wurde. Die Weinpressen hatte eine spezielle Öffnung für den Ein- und Ausgang der Arbeiter sowie eine spezielle Öffnung (Anemolaos) zur Belüftung der Presse.

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Die Venezianer, geschickte Händler dieser Zeit, brachten die Ware nach ganz Europa und verbreitetet somit den Ruhm des kretischen Weines. Diese Anerkennung erforderte ein sehr hohes Qualitätsniveau mit dem Ergebnis, dass die Winzer immer wieder die Herstellung des Weines verbesserten und, wenn möglich, auch erhöhten.

Zu den wichtigsten Arbeiten an den Weinreben zählte das Schneiden, das Umgraben des Bodens, das zweimalige Auflockern der Erde sowie das Wurzelsäubern der Rebe alle drei bis vier Jahre, das Ausbessern des Zaunes am Weinberg, das Umpflanzen der Setzlinge und die Wartung der Weinpresse. Alles oben aufgeführte sichert die Herstellung qualitativen Weines über die Kontrollen hinaus, die von den Feudalherren durchgeführt wurden. Die Feudalherren mischten sich in viele Phasen des Anbaus ein wie das Pflanzen, die Erneuerung der Reben, die Menge des Düngers, ein Beleg dafür, wie wichtig der richtige Anbau der Reben war.

Festgelegt wurde der Weinpreis anhand der Art, der Region, dem Alter des Weines, der guten Konservierung sowie der Art des Transportes auf den Schiffen, um das mögliche Kippen des Weines zu vermeiden. Die Handelsbedingungen waren sehr streng, um Fälschungen zu vermeiden, während die Kaufverträge aus dieser Zeit alle oben genannten Einzelheiten beinhalteten, die den Preis bestimmten.


Osmanisches Reich

(1669 n. Chr. – 1898 n. Chr.)

Vielleicht eine der schlimmsten Zeiten für den Weinanbau Kretas. Die Osmanen-Türken nutzten den Weinreichtum der Insel nicht. Hauptgrund war ihre Religion, die den Genuss von Alkohol verbot, sowie die Unwissenheit, wie man diesen Schatz nutzen konnte. In der Tat wurden viele Weinberge zerstört durch das Alkoholverbot, dass die Eroberer von Zeit zu Zeit als Beweis für ihre Durchsetzungskraft verhängten, oder die Weinberge wurden wegen des hohen Tributes, der verhängt worden war, aufgegeben.

Der Handel sowie die gesellschaftlichen Verhältnisse auf Kreta ging zurück, denn es gab keine Infrastruktur, noch das Bedürfnis nach Wachstum, soweit die Freiheit an erster Stelle stand. Es herrschte ein Regime der Sklaverei mit noch nie da gewesenen Schäden am Kulturgut der Region, was zu einem kontinuierlichen Widerstand immerfort mit revolutionären Betrieben führte.

Der Weinanbau wurde aber fortgeführt, da der Wein das zweitwichtigste Gut nach dem Brot und ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Ernährung der Landbevölkerung war. Die wichtigsten Anhänger waren die Großfamilien, die sich gegen die Besatzer zusammenschlossen, indem sie ihre Tradition beibehielten. Obwohl sie wollten, konnten sie wegen der erhobenen Steuern keinen Qualitätswein wiein der Vergangenheit produzieren. Einige türkische Herrscher der Insel, die diese gute Steuereinnahmequelle anerkannten, führten den Weinhandel fort. Sie erkannten, dass es ein Grundeinkommen der Bauern war, ohne aber Wert auf die  Qualität zu legen, mit dem Ergebnis, dass der kretische Wein sein Ansehen verlor.


Modernes Griechenland

(1898 n. Chr. – heute)

Kreta wurde vom türkischen Joch befreit, tritt Griechenland im Jahre 1913 bei und gewinnt den verlorenen Boden wieder zurück durch den Fortschritt, der sich beim griechischen Wein im restlichen Griechenland zeigt, und zwar mit der Erfassung der griechischen Auswahl und Rebsorten, der Einrichtung der ersten griechischen Önologen sowie der Gründung des ersten griechischen Weininstitutes.

Der kretische Weinanbau wird neu organisiert, die Weinbereitung modernisiert, und es beginnt die Wiedergeburt des kretischen Weines mit der Erneuerung und dem systematischen Anbau aller einheimischen Sorten. Nach der unglücklichen Zeit der Weltkriege, des Bürgerkrieges und der Reblaus und der unangenehmen Überbleibsel auf der Insel, beginnt der Weinanbau Mitte der 60iger Jahre auf Programmbasis wieder zu wachsen, um den Ruhm der Vergangenheit wieder zu erlangen.

Die Gesetzgebung, die mit der Einrichtung eines nationalen Rahmens geschaffen wurde, um sowohl die Herkunft, als auch die hohe Qualität sicherzustellen (geschützte Ursprungsbezeichnung), folgte dem französischen Entwicklungsmodel und ist ein Zeichen für die Bereitschaft zur Erneuerung des Weinanbaus und Herstellung von Weinen von hoher Qualität.

Der Einsatz moderner Technologie, die Förderung von lokalen und vergessenen Rebsorten, die ständige Ausbildung der einheimischen Önologen und Winzer mit der Einführung neuer Anbau- und Weinzubereitungsmethoden, halten die Weingeschichte Kretas lebendig und fördert die Einzigartigkeit der Herstellung hervorragender Weine.



G.U. Weine Peza

In der regionalen Einheit Heraklion Kreta befindet sich die Zone der g.U. Peza zentral ,ein wenig nördlich gelegen, ist einheitlich und gilt sowohl für die Rotweine, die im Jahre 1971 vorausgehend eingeführt wurden als auch für die Weißweine, die später nämlich 1982 eingeführt wurden. Ihr größter Bereich liegt im Norden und der zentrale Bereich der Region Nikos Kazantzakis (Peza, Agies Paraskies, Agios Vasilios, Alagni, Astrakies, Astritsi, Kalloni, Katalagari, Kounavi, Meleses, Mirtia, Houdetsi) und kleinere Gebiete befinden sich im nordwestlichen Bereich der Region Arkalochori (Patsideros, Panorama) und der nördliche Bereich der Region Thrapsano (Sampas).

Die bezeichnete Region für die Weinherstellung g.U. Peza wurde durch königliches Dekret Nr. 539/4.8.1971 (Amtsblatt 159/A/14.8.1971) bestimmt , das später durch das Dekret des Präsidenten Nr. 446/10.6.1974 (Amtsblatt 174/A/25.6.1974) und 12/28.12.1981 (Amtsblatt 2/A/5.1.1982) abgeändert wurde.

Die Einzigartigkeit der g.U. Weine Peza liegt an den besonderen Eigenschaften der Region in Kombination mit den angebauten Sorten und den verwendeten Winzertechniken.

Der Weingarten von Peza breitet sich rund um die Ebene von Peza auf einer Höhe von 300 m beginnend und bis 750-800 Höhenmeter erreichend auf tief kalkhaltigen Böden aus. Die Berge in der Mitte der Insel schützen die Weinberge der Region vor den warmen Südwinden , die Probleme bei der Entwicklung des Rebstocks verursachen.Gleichzeitig tragen die kühlen Nordwinde (keine Berge auf der Nordseite) dazu bei, dass die Temperatur während des Sommers sich in zufriedenstellenden Bereichen hält, so dass einerseits die Schädigung des Weingartens durch Hitze beschränkt wird und andererseits eine optimale Reifung der Weintrauben gewährleistet ist.

Die am weitesten verbreitete Rotweinsorte in der Ägäis Mandilaria, die auf Kreta Mandilari genannt wird, kommt außer bei den g.U. Weinen Peza auch bei den g.U. Weinen Archanes,Paros und Rodos vor. Ihre robusten Eigenschaften erfordern ein Mischen mit anderen weicheren Sorten. In Peza wie auch in Archanes wird Kotsifali, auf Paros die weiße Sorte Monemvasia zum Mischen verwendet und nur auf Rhodos wird diese Sorte allein zu Wein verarbeitet. Obwohl es gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, beinhalten die Rotweine g.U. Peza traditionell 75% Kotsifali und 25% Mandilaria.

Rotweine werden von 9 Weinkellereien und Weißweine von 5 Weinkellereien innerhalb die Zone hergestellt.